Adrijana Zara

Über mich

Ich lebe und arbeite in Kroatien.
Ich bin vierunddreißig Jahre alt, Mutter, Auswanderin, Hobbybäckerin.
Das Schweigen begleitet mich seit meiner Kindheit. Nicht als Abwesenheit von Worten, sondern als Kraft. Als etwas, das Räume füllt, ohne sichtbar zu sein. Ich habe früh gelernt, dass Schweigen selten harmlos ist.
Dass es Beziehungen verschiebt, Menschen voneinander trennt, Seelen beschädigt.
Nicht durch das, was gesagt wird – sondern durch das, was bewusst unausgesprochen bleibt.

Warum ich schreibe

Ich schreibe unter dem Namen Adrijana Zara.
Mich interessieren keine lauten Geschichten und keine schnellen Antworten. Mich interessiert, was bleibt, wenn das Offensichtliche verschwindet.
Ich schreibe über Menschen an Schwellen:
dort, wo Gewissheiten brüchig werden, Wahrnehmung kippt und Identität nicht mehr selbstverständlich ist.
Über das Gefühl, dass etwas nicht stimmt – ohne genau benennen zu können, was.
Meine Texte sind ruhig. Beobachtend. Psychologisch.
Der Horror liegt nicht im Ereignis, sondern im Nachhall.
Nicht im Schrecken, sondern im Zweifel.
Das Unbequeme.
Das, was sich nicht auflöst.
Schreiben ist für mich ein Ventil und eine Therapie.
Ich schreibe, weil Menschen schweigen.
Nicht aus Stärke, sondern aus Bequemlichkeit.
Weil Schweigen oft als der leichtere Weg erscheint als das Aussprechen dessen, was ist.
Mich interessiert, was dieses Schweigen anrichtet.
Wie es verletzt, ausgrenzt, Beziehungen verschiebt.
Wie es andere zwingt, Bedeutungen zu suchen, wo eigentlich Worte nötig gewesen wären.
Meine Texte setzen dort an, wo nicht gesprochen wird.
Wo Dinge unausgesprochen bleiben und trotzdem wirken.
Wo Schweigen nicht neutral ist, sondern eine Entscheidung.